Geschichte der Hypnose

Kurzfassung

Geschichte der Hypnose

Grundsätzlich ist die Trance, also das was bei einer Hypnose künstlich vom Hypnotiseur bei dem Klienten hergestellt wird, in unserer menschlichen Natur vorhanden. Die Geschichte der Hypnose beginnt bei den frühen Kulturen, den Sumerer, vor gut 6.000 Jahren. Also ca. 4.000 vor Chr. wurde die Anwendung hypnotischer Techniken zum Zwecke der Heilung erstmals in den Keilschriften und Wandmalereien verewigt. Die Trance war ein selbstverständlicher Bestandteil von Heil-Ritualen.

Der heutige Begriff „Hypnose“ steht für veränderte Bewusstseins- bzw. Trance-Zustände, wie sie schon seit Jahrtausenden bei den Urvölkern aller Kontinente, in unterschiedlichsten Meditations-Techniken, Heilgesängen, Gebeten und im Yoga oder von den legendären Ninja-Kriegern in Japan praktiziert wurden. (Der Begriff allerdings wurde erst im 19. Jahrhundert geprägt). Derartige Zustände wurden auch von Platon im vierten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung im Zusammenhang mit Prophezeiungen und Heilung erwähnt. 

Hypnose ist somit die älteste, natürliche und damit am besten belegte, ganzheitliche Heilweise überhaupt.

Die Anthropologische Lehre berichte in der Geschichte der Hypnose über das Bestehen solcher Bewusstseinszustände in schamanistischen Praktiken auf der ganzen Welt. (Ein Schamane ist der Medizinmann eines Naturvolkes bzw. Stammes.) Hypnose ist somit die älteste, natürliche, und damit am besten belegte, ganzheitliche Heilweise (Heilmethode) überhaupt. 

Seit ca. 2000 Jahren vor Chr. ist sie als Heilmethode urkundlich belegt. Die erste schriftliche Darstellung einer Hypnose-Induktion (Einleitung) stammt aus dem alten Ägypten und  lässt sich auf die Zeit von ca. 500 v. Chr. zurückdatieren. Im 2. Jh. n. Chr.  erfolgte die erste wissenschaftliche Begründung des Tempelschlafes (wie man Hypnose damals nannte) nach dem römischen Arzt Galen.

Zeit der Inquisition

Unterschiedlichste Aufzeichnungen, von Mönchen und Menschen des Zeitgeschehens, belegen, dass die Inquisition entstand weil die Kirche um die Macht der Heilung bangte. Frauen, einst als Hilfskräfte in den alten Klöstern angestellt, ebenso wie diejenigen, die von den Mönchen und Priestern geheilt wurden, lernten die Kräuterkunde und Heilgebete, -gesänge und -techniken der Mönche und wendeten selbige dann ebenfalls bei Dorfbewohnern und Reisenden an. Das führte zur Verarmung der Klöster, was wiederum zur Inquisition führte.

Seither ist ein Unbehagen in den Menschen geblieben, da die Zauber*innen, Heiler*innen, Kräuterhexen, zu tausenden getötet wurden. Nach einigen Jahrzehnten der Ausrottung des Wissens um die Heilung konnten die Klöster ihren Reichtum wieder mehren. Dieses Unbehagen aber ging tief in die Genetik ein und ist zum Teil bis heute in unseren Zellen vorhanden.

Die Geschichte der Hypnose zeigt auf, das im 17. Jahrhundert die Arbeit mit dem Trancezustand (Hypnose) vom Wiener Arzt, Franz Anton Messner, wiederentdeckt wurde. Er nannte sie “magnetisches Heilen” , Magnetismus oder, wie es heute auch bezeichnet wird, Messmerismus.

Hypnose – Altgriechisch für Schlaf

Der Begriff „Hypnose“ – altgriechisch für Schlaf, wurde erstmals 1843 verwendet. Fälschlicherweise wie wir heute wissen. Damals wurde es so benannt, weil die Menschen in Trance aussahen und sich ähnlich benahmen wie Schlafende. Als festgestellt wurde, dass es sich um keinen Schlaf handelt war der Begriff schon so weit verbreitet das man ihn nicht mehr zurücknehmen konnte. Also ist es noch heute der dafür eingesetzte Begriff.

Ende des 19. Jahrhundert, vor der Einführung von Lachgas für die Narkose, war die Hypnose eine der wenigen Möglichkeiten zur Schmerzbetäubung.  Bis 1900 galt sie als die einzige Form der Psychotherapie – bis Sigmund Freud die Psychoanalyse entwickelte. Bis dahin nutzte S. Freud über Jahre, die Hypnose als einzige Heilform. Weil er aber mit der Zeit begann zu glauben, dass zu schnelle Heilung vielleicht schadhaft sein könne, veränderte er seine Tätigkeit und begann die Psychoanalytik zu entwickeln. Heute ist bewiesen dass diese Vermutung auf eine zum Teil falsch angewendete Hypnotische Arbeit zurückzuführen ist. Seine Theorien gegen die Anwendung der Hypnose sind weitergehend widerlegt.

wissenschaftlich anerkannte Heilmethode

Heute ist Hypnose eine wissenschaftlich anerkannte Heilmethode und es ist belegt das es vollkommen okay ist, für den Organismus, schnell zu heilen und das er es kann, wenn er angeleitet wird. Allerdings ist es wichtig den Patienten dahingehend zu unterstützen und zu belehren. Viele laufen Jahrelang mit Schmerzen oder Ängsten rum und gewöhnen sich so sehr daran, dass es ihnen schwer fällt eine geschehene Heilung zu akzeptieren. Sie sehnen sich unbewusst nach der Gewohnheit. Nimmt man das ernst und integriert dies in seine hypnotische Arbeit, sind die Erfolge anhaltend und dauerhaft.

Durch die gegenwärtig zu beobachtende Hinwendung zu natürlichen Heilmethoden, zu ganzheitlicher therapeutischer und medizinischer Art, wächst auch das Interesse für die Hypnose wieder deutlich. Heute ist die Hypnose eine eigenständige, wissenschaftlich anerkannte Heilmethode und eine viel genutzte psychotherapeutische Methode, mit der sich alle Arten und Schweregrade von psychischen Störungen, alle Arten von durch die Psyche entstandenen (psychosomatischen Erkrankungen) und ein großer Teil rein körperlicher Erkrankungen behandeln lassen. Bei rein Körperlichen Erkrankungen hat die Hypnose eher eine Nebenrolle, allerdings eine wichtige und große (Immunisierung, Motivation und Verzicht auf Medikamente wie Narkotika, erleichtern den Heilprozess und verkürzen selbigen).

vorteilhaft anerkannte Methode

Es gibt in der Geschichte der Hypnose inzwischen unzählige, auch wissenschaftliche Studien, die sowohl die wirkweise wie auch die erfolgten Ergebnisse der hypnotischen Arbeiten belegen. Hierbei spielt es keine übergeordnete Rolle welche Art oder Technik eingesetzt wird. Sowohl die einfache suggestive Technik wie auch weiterführende stillschweigende- ,aktiv wach Technik oder Fantasiereisen zählen zu den allerorts eingesetzten und in den Studien als vorteilhaft anerkannten Methoden.

Detaillierte Fassung

Geschichte der Hypnose

Die Geschichte der Hypnose beginnt mit der menschheitsgeschichtlichen Evolution. Denn irgendwann hat der Mensch sich in seiner evolutionären Entwicklung auch die Eigenschaft des Trance angeeignet. Grundsätzlich ist die Trance (ein Zustand den der Hypnotiseur beim Klienten herstellt) damit eine im Menschen natürlich vorkommende Ressource.

4.000 v.Chr. – ca. 400 v.Chr.

Eine aus dem Jahr 4000 v.Chr. stammende Keilschrift über Suggestionen belegt, die Nutzung dieser Verform der Hypnose und somit ihre Ressource. Die Priesterärzte der Sumerer, in der Geschichte der Hypnose erste Anwender, praktizierten diese, indem mittels bestimmter Instruktionen ein heilsamer Schlaf erzeugt wurde. Als weitere Überlieferungen existieren alte griechische Schriften, ägyptische Hieroglyphen und Erwähnungen bei den Hindus, alles mehrere Tausend Jahre alt.

In Indien wurde die damalige Hypnose als Wachschlaf, Traumschlaf oder Wonneschlaf bezeichnet. Noch heute werden diese im fortgeschrittenem Yoga angewandt. Auch im alten Ägypten wurden ebenfalls schon sehr früh ähnliche Techniken durchgeführt. Damalige Priester-Ärzte leiteten einen Trancezustand ein.  Besonders bekannt aus der Zeit, griechische und ägyptische Schlaftempel, in denen Kranke in einen mehrtägigen Heilschlaf versetzt wurden. 

400 v.Ch. – Mittelalter

Die Trance als Ritual des Tempelschlafs kann in der Geschichte der Hypnose, bis 400 v.Chr. zurückverfolgt werden und verbreitete sich im Laufe von 1000 Jahren über viele Länder, wie Griechenland, Rom, Ägypten und Karthago. 

Auch bei eigentlich allen Schamanen (Stammes – Heiler) aus den verschiedensten Kulturkreisen besitzt die Anwendung von Trancezuständen eine lange Tradition. Bis heute wird dies bei allen Naturvölkern, weltweit, als eine wichtige (wenn nicht die wichtigste) und viel genutzte Methode zur Heilung eingesetzt. In vielen Kulturen kommt Hypnose in der Religion, Meditation und beim Gebet zum Einsatz. Wobei eben auch Meditation und Gebete immer auch Teil eines Reinigungs- und Heilungsprozesses sind.

Frühes Christentum

Bei der tantrischen Praktik “Lung-gom” versetzt sich ein Läufer in einen Trancezustand, um sich besser auf sein Ziel fokussieren zu können.  Meditationstechniken sind auch ein Bestandteil des “Zen-Buddhismus” und selbst in der katholischen Kirche haben die monotonen Rosenkranzgebete eine ähnliche Wirkung wie die Induktion einer Trance. ‘(also Entspannung, Reinigung, aufbauen positiver Energien im Körper)

Im frühen Christentum wurde Heilschlaf, Gebetsschlaf, Gebetsheilung, als Bestandteil von priesterlichen und ärztlichen Praktiken verwendet. Die Geschichte der Hypnose zeigt hier auf, das sie neben der Kräuterkunde ein weiteres Mittel zur Behandlung von Kranken war. Mönche erreichten oft “Wunderheilungen” durch verschiedene Techniken. Auch zeremonielle Instruktionen spielten dabei eine wichtige Rolle. 

Bereits im 11. Jahrhundert praktizierten Mitglieder eines Mönchsordens die Selbsthypnose.

Es konnte mit Hilfe aktueller Studien gezeigt werden, dass Heilungsgebete als positive Suggestionen tatsächlich unterstützend bei der Genesung wirken.  In diesem Licht betrachtet werden die einstigen Wunderheilungen eher zu einer gelungenen Kombination aus Fremd- und Autosuggestion. Auch hier zeigt sich das die Geschichte der Hypnose unvermittelt weiter ging.

Bereits im 11. Jahrhundert praktizierten Mitglieder eines Mönchsordens die Selbsthypnose. Sie wurden sowohl als Stärkung des Geistes als auch zur Erbauung körperlicher Belastungen genutzt. In Autosuggestiven Begeben vertieft erstarkten die Mönche nach anstrengenden Zeiten zu alter Kraft. Dies wurde selbstverständlich auch genutzt um Heilung als Gut anbieten und Bezahlung dafür verlangen zu können.

Der Arzt Theophrastus Bombastus von Hohenheim (1493-1541), auch Paracelsus genannt, erkannte die heilende Wirkung von positiven Suggestionen ebenfalls und empfahl Hypnose besonders bei Nervenkrankheiten und sog. Störerkrankungen.

Inquisition

Ihren teilweise schlechten Ruf, unerklärliche Ängste gegen sie, erhielt die Hypnose während der Inquisition. Die Inquisitoren deklarierten sie als “Teufelswerk” und ließen nicht kirchenkonform denkende und handelnde Personen verfolgen, wodurch die Hypnose lange in Vergessenheit geriet. Doch auch während dieser Zeit wird von zahlreichen Delinquenten berichtet, die mittels Selbstsuggestion während einer Folterprozedur eine Schmerzanästhesie erreichten, um immun gegen die Qualen zu werden.

Die Kirchenführer mussten erkennen das die finanzielle Lage in den Klöstern immer verheerender wurde. Mehr und mehr wurden Krankheiten und Missgunst auch aus den Kirchen und Klöstern gemeldet. Es fehlte man Lebensmitteln und Geld. Zwar bauten viele Klöster Kräuter und auch Obst und Gemüse an, hatten sie aber aufgrund verschiedenster Umstände dieses vernachlässigt und schickten immer öfter Anfragen und Bitten um Geld /Gold. Viele der ehemaligen Bediensteten der Klöster, viele ehemalig langzeitkranke aber auch aus Liebesgründen angelernte hatten sich das Wissen der Klöster im Bezug auf Heilung angeeignet und betrieben dies nun selbst gegen Entlohnung. Diese Einnahmen fehlten in den sehr kostspieligen Gotteshäusern.

Die Menschen wendeten sich ab von den Heilern

So beschloss die Kirche sich zu schützen und lieber ihr Geschäftsmodell zu erhalten. Es schien einfach deutlich lukrativer und finanziell sicherer die “Kräuterhexen und Zauber*Innen” etc. als Teufelsanbeter*innen zu bezeichnen und sie im Namen der Kirche zu vernichten, zum Wohle des Volkes. Es dauerte zwar einige Jahrzehnte und die Ritterscharen waren nicht billig, jedoch war es für die Kirche ein perfekter Schachzug. Die Menschen wendeten sich ab von den Heilern und wendeten sich wieder vermehrt der Kirche und ihren Mögen, Priestern und Schwestern zu. Der Reichtum der heutigen Zeit, gerade bei der katholischen Kirche, beruht darauf…

Die heilende Wirkung von Hypnosepraktiken wurde von der Antike bis ins Mittelalter übermenschlichen Kräften, meistens Göttern, zugeschrieben, welche durch ein menschliches Medium vermittelt wurden. In der Geschichte der Hypnose leider kein Einzelfall von Missbrauch statt Stärkung dieser Techniken.

ab dem 18. Jahrhundert

Pater Johan Joseph Gaßner (1727-1779), der das Amt des Exorzisten innehatte, war einer der ersten deutschen Hypnose-Pioniere. In seinem Lehrbuch beschrieb er unterschiedliche Formen von Besessenheit und Möglichkeiten der Heilung mittels hypnotischer Techniken, die er als Unterform des Exorzismus ansah.  Er nahm an, dass bestimmte Krankheiten vom Teufel hervorgerufen würden und trieb diese mit Exorzismusformeln aus, die er auch seinen Patienten vermittelte, sodass sie selbst besser mit den Symptomen umgehen konnten.

Im Nachhinein erkannte die Wissenschaft, das diese Form der hypnotischen Arbeit nur dann Erfolg hatte wenn auch die “Besessenen” ihre Befreiung wollten und bereit waren sich dem Prozess hinzugeben. Waren sie nicht bereit dazu und wehrten sich, kam es oft zu grauenvollen Szenen, die mit der hypnotischen Arbeit nichts zu tun hatten, Die Priester übertrieben ihre Arbeit dermaßen, dass es Opfer brachte. Dies aber wurde dem Teufel zugeschrieben, ähnlich wie in der Zeit der Inquisition und somit auch wieder ein schwarzes Kapitel der Geschichte der Hypnose.

Übergang zur Hypnose als Wissenschaft

Der als “Urvater der modernen Hypnose” geltende deutsche Arzt Franz Anton Mesmer (1734-1815) betrachtete die Hypnose dagegen nicht von einem mystisch-religiösen, sondern von einem wissenschaftlichen Standpunkt.  Für ihn waren die Heilungen Gaßners (dem Exorzisten)  nichts Übernatürliches, sondern er klassifizierte die Hypnose als natürliche Kraft, die außerhalb des Menschen lokalisiert ist. Er erkannte auch als Erster die Fehler der Priester musste sie aber zum eigenen Schutz verheimlichen.

Das war der Beginn und eine neue Ära, dieser Heilmethode.

Mesmer stellte die Theorie des animalischen Magnetismus auf, erlangte auch mit seiner Methode Erfolge. Auch wenn Mesmers Technik in England überwiegend auf Ablehnung stieß, war er unfreiwillig derjenige der in anderen das Interesse weckte und dies verstärkte.

Der später als Hypnose-Pionier geltende Augenarzt James Braid (1795-1860) besuchte einen Auftritt des Magnetiseurs Charles LaFontaine, der dessen Neugierde an dieser fremden und neuen Thematik weckte. Der Skeptiker erkannte, dass das beobachtete Augenlidflattern der Protagonisten keine Schauspielerei sein konnte, da es nicht simulierbar war. Er wollte LaFontaine eigentlich als Scharlatan entlarven, entdeckte aber durch Zufall gleichzeitig das Wirkungsprinzip der Fixation.

Den künstlich hervorgerufenen Schlafzustand während seiner Versuche nannte er 1843 zum ersten Mal “Hypnose“, da er vermutete, dass es sich bei dem Phänomen um einen schlafähnlichen Zustand handle. (das Wort stammt aus dem Altgriechischem und bedeutet Schlaf). Diese Annahme widerrief er zwar später selbst, als er erkannte, dass sich der Trancezustand vom Schlaf abgrenzt, jedoch hatte sich der Begriff Hypnose zu diesem Zeitpunkt schon in vielen Ländern durchgesetzt. Ein Zeichen dafür, dass es auch wunderbare Ergebnisse in der Geschichte der Hypnose zu verzeichnen gab.

Jahrmärkte bringen weiteren Imageschaden

Vor der Einführung von Betäubungsmitteln wie Äther, Lachgas und Chloroform Mitte ende des 19. Jahrhunderts, stellte die Hypnose eine wichtige Technik für schmerzfreie chirurgische Eingriffe dar. Nach der Entdeckung dieser Narkosemittel geriet sie jedoch als Betäubungsmöglichkeit in Vergessenheit. Heute wird sie wieder eher genutzt, obgleich es viele Narkotika gibt.

Dafür erlebten die Jahrmärkte eine Karriere: Schausteller fanden heraus, dass sie das Publikum belustigen konnten, indem sie Menschen dazu brachten, sich in Hypnose lächerlich zu machen. Das führte zu einem Imageschaden und vielen Vorurteilen, von denen einige noch heute in den Köpfen der Bevölkerung bestehen, LEIDER! Gemeinsam mit den genetischen Hinterlassenschaften der Inquisition ist es heute, trotz reichlich wissenschaftlich positiver Belege, zu sehr vielen Anwendungsmöglichkeiten schwer. Da auch die Schulmedizinischen Vorbehalte, nachweislich aus finanzieller Sicht getrieben, immer wieder die Hypnose besudeln.

Die meisten seiner Kritikpunkte sind heute weitestgehend widerlegt

Sigmund Freud (1856-1939) studierte 1885 für kurze Zeit im Hôspital bei Charcot, interessierte sich aber dann doch mehr für Bernheims Lehre der Hypnose.  Er war anfangs so begeistert von der Möglichkeit unter Hypnose bestimmte Symptome auslösen und dann wieder unterdrücken zu können, dass er sie viele Jahre einsetzte um seine Patienten zu heilen. Freud machte die Entdeckung, dass ein hypnotisierter Patient in der Lage ist, sich an frühere Erlebnisse zu erinnern, die seinem Bewusstsein im Wachzustand nicht mehr zugänglich sind. Hier entstanden ganz neue Möglichkeiten und Freud nutzte diese auch, nachdem er sich offiziell von der Hypnose entfernte, als Diagnoseunterstützung. Er beschäftigte sich aber insgesamt nur noch oberflächlich mit der Thematik bis er sich letztlich offiziell von der Hypnose abwendete. 

Die meisten seiner Kritikpunkte gelten mittlerweile als widerlegt. Man muss ihm zu Gunsten halten muss, dass die Hypnose, so wie sie zu seinen Wirkzeiten praktiziert wurde, noch nicht so ausgereift und wissenschaftlich war wie heute. Auch damals schon musste man auf deinen Ruf achtgeben und so entschied er sich dies zu tun. Auch war seine Einstellung zur Hypnose gespalten, war er doch (aufgrund eigener Fehler bei der Anwendung) der Meinung, das zu schnelles Heilen nicht gut für den Menschen sein könne. Heute ist auch dies widerlegt und bewiesen das dies keinen Abbruch tut. Der Klient muss nur informiert werden und die Tatsache, in die hypnotische Arbeit einfliessen. Ansonsten kann es sein das die Geheilten ihre langjährigen Schmerzen oder Ängste dermaßen vermissen, das sie sich selbige unbewusst zurück-erzeugen.

Die Moderne – Autogenes Training

Johannes Schultz (1884-1970) entwickelte 1932 das autogene Training. Die Hypnose hatte während der NS Zeit stark an Bedeutung verloren, da viele bekannte Forscher Deutschland verlassen hatten.  Zeitgleich gewannen das autogene Training und später die progressive Muskelentspannung nach Edmund Jacobsen (1888-1983) an Bedeutung. Beides aber ist artverwandt mit Hypnose und auch hier werden leichte hypnotische Bereiche verwendet. (Induktion, Suggestion) Zwar bis heute nicht vollkommen anerkannt aber doch zumindest eines der wichtigen Kapitel in der Geschichte der Hypnose.

Der amerikanische Psychiater und Psychotherapeut Milton H. Ericksons (1901-1980) verhalf der Hypnose mit seinen Forschungsergebnissen und Publikationen letztendlich auch in Deutschland zu einer Wiedergeburt. Er bereicherte mit seinen hypnotherapeutischen Ansätzen das therapeutische Interventionsinventar, was dazu führte, dass die moderne Hypnotherapie in den letzten 25 Jahren immer bekannter geworden ist. Unter anderem hatte er unterschiedlichste Methoden zur selbsthypnotischen Heilung entwickelt. Am eigenen, von einer starken Kinderlähmung schon im Kleinkindalter, gelähmten Körper, bewies er, das diese Techniken funktionierten, alleine dadurch, das er aufrecht stehend und selbstständig gehend bis ins hohe Alter lebte.

Daraus entsteht auch, unter anderem das heutige NLP

Seine außergewöhnliche Art des Einsatzes von hypnotischen Techniken und einer speziellen Art der Sprache wirkt bis heute nach. Er erkannte während der Begrüßung die Charaktere und Eigenschaften seiner Patienten und nutzte unterschiedliche hypnotische Ansätze und Techniken in einer Form wie kaum ein Anderer vor ihm. So nutze er auch Wach- Trance- Zustände um seine Patienten in scheinbar normalen Gesprächen dazu zu bringen ihre Probleme zu beseitigen. Auf diese Art entwickelte M.Erickson, ganz ohne dies bewusst zu bossieren, eine neue technik des Coaching. Seine besondere Art der Sprache wird auch heute von vielen Hypnotiseuren eingesetzt und führt zu großen Erfolgen.

Gemeinsam mit mehreren Kollegen vereinten sie psychologische Grundsätze, und hypnotische Techniken sowie Coaching-Techniken und Sprache zu einer neuen Technik, um psychisch Kranken zu einer schnelleren Heilung zu verhelfen. Dr. Richard Bandler veröffentlichte dies als mehr oder weniger seine Erfindung, musste aber eingestehen diese nicht entwickelt sondern die verschiedenen Entwicklungen zusammengeführt zu haben und dann, gemeinsam mit den anderen Teilnehmern, das daraus gemacht zu haben was es heute ist. NLP.

Heute

2006 wurde die Hypnotherapie schließlich endlich vom wissenschaftlichen Beirat “Psychotherapie” wissenschaftlich anerkannt.  Die Hypnoseforschung hat sich in den letzten 20 Jahren sehr stark weiterentwickelt. Viele Universitäten weltweit forschen tagtäglich mit und an hypnotischen Merkmalen und belegen in unzähligen Studien die Wirksamkeit der unterschiedlichsten Techniken und bei verschiedensten Krankheiten (siehe hierzu die Liste einiger Studienergebnisse).

In der Antike und im Mittelalter mag Hypnose möglicherweise wie Zauberei gewirkt haben, heutzutage gibt es jedoch wissenschaftliche Erklärungen für die Gehirnvorgänge, die während eines Trancezustandes ablaufen. Und sicherlich wird es auch weiterhin Erkenntnisse geben, die die Geschichte der Hypnose weiterführen wird.

In klinischen Studien konnte die Wirksamkeit von Hypnose im Bereich der Medizin, z.B. bei der physiologischen Beeinflussung des Immunsystems, nachgewiesen werden. Durch den aktuellen Trend zu natürlichen Heilmethoden und ganzheitlicher Medizinischer Herangehensweise, wächst auch das Interesse an der Hypnotherapie stetig. Hierzu sei auch nochmal anfgemerkt, dass eine Hypnose immer eine Selbsthypnose ist. Der Klient hat stets die volle Kontrolle über die Geschehnisse und kann die Hypnose jederzeit abbrechen.

Einige Möglichkeiten zur Anwendung von Hypnose findest Du HIER